Der Vatten Fall
Die Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH hält gemeinsam mit E.ON Anteile an den drei norddeutschen Kernkraftwerken Brunsbüttel (66,7 %), Krümmel (50 %) und Brokdorf (20 %). Die Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel werden von Vattenfall Europe betrieben. Brokdorf sowie das im Rückbau befindliche Kernkraftwerk Stade (33,3 % Anteil Vattenfall Europe) werden durch E.ON geführt.
Am 28. Juni 2007 wurden die Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel jeweils nach einer automatischen Reaktorschnellabschaltung vom Netz getrennt. Vattenfall Europe setzte zur vollständigen Untersuchung und Klärung der Vorfälle eine unabhängige Expertenkommission ein, die ihre Prüfungen im November 2007 abschloss.
Während des Stillstands der beiden Kernkraftwerke wurden bei Inspektionen Auffälligkeiten festgestellt, die zu weiteren meldepflichtigen Ereignissen der niedrigsten Stufe (Null) führten. Die Auffälligkeiten betreffen im Kernkraftwerk Brunsbüttel insbesondere Dübel und Halterungen, in Krümmel Armaturen und Rohrleitungen. Beide Anlagen haben ihren Betrieb noch nicht wieder aufgenommen
Bei den Kernkraftwerken ergeben sich zusätzliche Risiken aus den politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere auch hinsichtlich der Wiederinbetriebnahme der Anlagen in Brunsbüttel und Krümmel.
Die Rückstellung für die Entsorgung im Kernenergiebereich basiert auf geschlossenen Verträgen und Gutachten sowie auf dem derzeitigen Stand der Entsorgungstechnik. Bei der Bemessung sind insbesondere Schätzungen des Verpflichtungsumfangs, der Kostenentwicklung sowie der Zahlungszeitpunkte erforderlich.
Für die Risiken aus nuklearen Schäden haben die deutschen Kernkraftwerksbetreiber nach dem Atomgesetz (AtG) und der Atomrechtliche Deckungsvorsorge-Verordnung (AtDeckV) eine Deckungsvorsorge bis zu einem Maximalbetrag von 2,5 Mrd. € je Schadensfall nachzuweisen.
Von dieser Vorsorge sind 255,6 Mio. € über eine einheitliche Haftpflichtversicherung abgedeckt. Zur Erfüllung der darüber hinaus nach AtDeckV erforderlichen Deckungsvorsorge in Höhe von 2.244,4 Mio. € je Schadensfall haben die Obergesellschaften der deutschen Kernkraftwerksbetreiber, darunter Vattenfall Europe AG, im Jahr 2001 vertraglich vereinbart, den haftenden Kraftwerksbetreiber im Schadensfall – nach Ausschöpfung dessen eigener Möglichkeiten und der seiner Obergesellschaften – finanziell so auszustatten, dass dieser seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann (Solidarvereinbarung). Vertragsgemäß beträgt der auf die Vattenfall Europe AG entfallende Anteil bezüglich der Haftung zuzüglich 5 % Schadensabwicklungskosten seit dem 01. Januar 2007 7,223 %. Ausreichende Liquiditätsvorsorge besteht und ist im Liquiditätsplan berücksichtigt.
Daneben besteht die Nuklear Haftpflicht GbR zur solidarischen Absicherung von Ansprüchen im Zusammenhang mit behördlich angeordneten Evakuierungsmaßnahmen im Bereich zwischen 0,5 Mio. € und 15,0 Mio. €. Die Obergesellschaften der deutschen Kernkraftwerksbetreiber haben sich entsprechend ihren Anteilen an Kernkraftwerken verpflichtet, deren Betriebsgesellschaften liquiditätsmäßig so zu stellen, dass sie ihren Verpflichtungen aus ihrer Zugehörigkeit zur Nuklear Haftpflicht GbR jederzeit nachkommen können.
Im Zusammenhang mit gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen ist von außen stehenden Aktionären ein Spruchverfahren zur Überprüfung der Angemessenheit des Umtauschverhältnisses eingeleitet worden. Ob und in welcher Höhe sich für Vattenfall Europe AG bare Zuzahlungen ergeben, lässt sich derzeit nicht zuverlässig schätzen.
Es bestehen Bürgschaftsverpflichtungen in Höhe von 10 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €) sowie Eventualverbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen in Höhe von 1 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €).
Die Kernkraftwerk Brokdorf GbR, Kernkraftwerk Brunsbüttel GbR, Kernkraftwerk Krümmel GbR und Kernkraftwerk Stade GbR wurden im Geschäftsjahr aufgelöst. Für Steuerrückstellungen, die der ehemalige Mitgesellschafter übernommen hat, haftet Vattenfall Europe AG per 31. Dezember 2007 gesamtschuldnerisch in Höhe von 76,7 Mio. €.
Im Geschäftskundensegment sind im Laufe des Jahres 2007 eine Reihe bedeutender Vertragsabschlüsse erzielt worden.
In den Kernmärkten konnten beispielsweise Verträge mit dem Land Berlin sowie der Freien und Hansestadt Hamburg abgeschlossen werden; Stromlieferungen zu marktfähigen Preisen werden dabei durch Energiedienstleistungen ergänzt.
Mit dem Potenzial von Wasserstoff als Energieträger im Straßenverkehr beschäftigen sich zwei Projekte, an denen Vattenfall Europe seit mehreren Jahren beteiligt ist: In Hamburg fahren insgesamt neun wasserstoffbetriebene Busse emissionsfrei durch die Hansestadt und demonstrieren die Alltagstauglichkeit von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen. In Berlin versorgen zwei öffentliche Wasserstofftankstellen insgesamt 17 Fahrzeuge mit dem zukunftsträchtigen Kraftstoff. Der Einsatz von Wasserstoff im Straßenverkehr wird so unter Realbedingungen erprobt.
Die Vattenfall Europe Power Management GmbH verfügt über eine Bankenlizenz und bietet Portfolio- und Finanzdienstleistungen im deutschen Markt an. Die Regelungen der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente wurden 2007 in alle Prozesse integriert und damit die Bestimmungen zum Anlegerschutz und der Transparenz von Wertpapierdienstleistungen erfüllt.
Die Sal. Oppenheim jr. & Cie. Kommanditgesellschaft auf Aktien, Köln, hat uns gemäß §§ 21, 24 WpHG mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil der Koros GmbH & Co. KG, Unter Sachsenhausen 4, 50667 Köln, an der Vattenfall Europe AG am 27. Juni 2003 die Schwelle von 5 % überschritten hat und 5,00006685 % beträgt.
Atomtransporte durch die Hansestadt Hamburg
Vom 1. Juni 2009 bis zum 31. Mai 2010 wurden 130 Transportvorgänge durch den Hafen und über die Fernstraßen Hamburgs abgewickelt. Dabei wurden 58-mal Kernbrennstoffe im Hafen umgeschlagen. Zum An- und Abtransport kamen Lastkraftwagen zum Einsatz. In zwei weiteren Fällen wurden die Versandstücke mit der Bahn angeliefert. Wenn es transportbedingte Zwischenaufenthalte gab, so lag deren Dauer meist zwischen 5 und 9 Stunden. Bei den transportierten Stoffen handelt es sich auch in Hamburg überwiegend um Sendungen von unbestrahlten Vorprodukten zur Brennelement-Herstellung wie angereichertes Uranhexafluorid (UF6) und Urandioxid (UO2) in Form von Pellets oder Pulver, sowie um unbestrahlte Brennelemente. Zwölf der Transportvorgänge hatten deutsche Kernkraftwerke
als Absender oder Empfänger.
In Hamburg ist für die Durchführung des Atomgesetzes die BSU, der Strahlenschutzverordnung die BSG und für das Gefahrgutrecht die BIS mit der WSP zuständige Behörde.
VE Nuclear Energy
Die VE Nuclear Energy haftet aufgrund ihrer gesellschaftsrechtlichen Stellung unbeschränkt für die Verpflichtungen folgender Gesellschaften:
Kernkraftwerk Brunsbüttel GmbH & Co. oHG, Hamburg
Kernkraftwerk Krümmel GmbH & Co. oHG, Hamburg
Kernkraftwerk Brokdorf GmbH & Co. oHG, Hamburg
Kernkraftwerk Stade GmbH & Co. oHG, Hamburg
Beteiligungsgesellschaft der Energieversorgungsunternehmen an der Kerntechnische Hilfsdienst GmbH GbR, Karlsruhe
Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen AG & Co. oHG, Gorleben



























